Hast du jemals losgelassen?

Wann hast du dich das letzte Mal frei gefühlt? Wann hast du das letzte Mal etwas getan, das andere vielleicht für verrückt halten? Du erinnerst dich nicht mehr? Dann wird es Zeit, etwas in deinem Leben zu ändern. Ich habe mir diese Frage viel zu spät gestellt. Inmitten meines Alltags, inmitten von Freunden, Arbeit und meinem Zwang, mein Leben unter Kontrolle zu halten, habe ich vergessen, wie sich das Leben anfühlt. Nach langer „Loslassen-Abstinenz“ vergisst man, wie das überhaupt funktioniert. So ging ich los in die weite Welt, auf der Suche nach diesem Gefühl – dem Gefühl, lebendig zu sein. Mit einem Kopf voller Vorurteile, voll Strukturen des Erwachsenseins, Zukunftssorgen, Entdeckungs-Ängsten und Gruppenphobien tat ich mich schwer mich zu öffnen.<br />

Wenn es euch genauso geht, dann kann ich euch jetzt wirklich etwas ans Herz legen: Folgt den Menschen, die ihr trefft, die dieses Gefühl bereits besitzen. Seid spontan! Wenn ihr bereits Pläne für den Tag habt, ändert es innerhalb einer Sekunde, wenn sich eine tolle Gelegenheit ergibt. Probiert Dinge aus, die ihr schon immer mal tun wolltet. Ihr habt Angst? Habe ich auch und wisst ihr was – ich habe es trotzdem getan! Ich habe mich trotzdem auf diesen Scheißroller inmitten vom Verkehr in Bali gesetzt und es war so ein befreiendes Gefühl. Ich bin mit dem Fahrrad in den Tropen auf unmöglichen Straßen mit unmöglichen Verkehrsregeln und durch strömenden Regen gefahren. Ich habe im Dschungel gelebt und unbekannte Wasserfälle entdeckt,obwohl ich eine Scheißangst habe vor Schlangen. Ich habe mich den großen Wellen hingegeben, obwohl ich jedes Mal Angst habe im Meer zu ertrinken. Ich war bis spätnachts in vollkommener Dunkelheit im Wasser mit Glühwürmchen, die mir Gesellschaft leisteten und mit mir die Sterne beobachteten.<br />

Öffnet euch fremden Menschen und Kulturen, hört ihnen zu, gebt, hinterlasst Spuren, besteigt die Felsen am Meer, esst in kleinen ungewöhnlichen Restaurants, übernachtet auf Baumhäusern und Strand-Tarzan-Hütten, hört nachts beim Einschlafen den Tieren zu, lauft in der Dunkelheit (ohne Beleuchtung) auf einer kleinen Insel herum, deren Wege ihr nicht kennt und vertraut auf eure Intuition.<br />

Wisst ihr, was das Geheimnis ist? Im Grunde müssen wir uns wieder wie in unserer Kindheit verhalten. Da war alles so unheimlich leicht und spaßig. Wir waren neugierig, hatten keine Angst auf Bäume zu klettern. Wann ging das verloren? Inmitten des Erwachsenwerdens, Stress mit Eltern und der erste Herzschmerz (der ewig anhalten kann), verlieren wir uns. Vergessen, wer wir wirklich sind. Im Grunde wollen wir nichts anderes als erleben und Neues dazulernen. Das Leben hat immer auch ein Stück weit mit Loslassen zu tun. Loslassen von Strukturen, Vorurteilen, Sorgen, Ängsten und Menschen, die dir nicht gut tun. Und nun folge ich meiner Kindheits-Dani und Menschen, die das in mir entfachen.<br />

P. S. Ich sitze gerade inmitten von zehn Leuten und vier verschiedenen Kulturen, in einem Acht-Bett-Zimmer auf Bali und habe immer noch Sand in den Haaren von meinem gestrigen Beach-Jumping-Waves-Tag. Und wisst ihr was? Ich finde es geil.

In diesem Sinne,

Make your life amazing

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